Becher stapeln

Aufräumen mal anders

Das "Becher stapeln" ist eine Variation vom "Aufräumen" bei der der Hund nur sehr viel exakter arbeiten muss. Es ist sicherlich von Vorteil, wenn der Hund den Trick "Aufräumen" in eine Kiste bereits beherrscht, aber kein Muss. Das Apportieren sollte aber bereits sitzen, damit die Hunde im dritten Schritt keinen Frust bekommen. Bitte bringt trotzdem viel Geduld mit, da der Trick durchaus anspruchsvoll ist.

Der Trick setzt sich aus zwei Einzelteilen zusammen, die der Hund dann nacheinander ausführen soll. Genau wie im Trick "Aufräumen" beschrieben, starten wir beim Aufbau mit dem Endverhalten.

 

Schritt 1:

Der Hund soll später einen Becher in einen anderen stecken, also starten wir damit, dem Hund klar zu machen, dass er seine Nase in einen Becher stecken kann. Dies kann auch gerne unter ein Kommando gestellt werden. Haltet dem Hund den Becher in Nasenhöhe hin und belohnt bereits, wenn er nur daran riecht. Steckt er mal kurz seine Nase hinein: JACKPOT!

Achtet genau darauf, dass ihr nicht belohnt, wenn euer Hund anfängt am Becher herum zu knabbern. Das kriegt man später nur schwer wieder abgewöhnt. Sollte der Hund am Becher knabbern, nehmt ihr den Becher kommentarlos weg und belohnt beim nächsten Mal bereits so früh, dass der Hund noch gar keine Chance gehabt hat, am Becher herum zu knabbern. So merkt er, dass es darum nicht geht. Tastet euch in kleinen Schritten heran, bis der Hund zuverlässig seine Nase in den Becher steckt, wenn ihr diesen in Nasenhöhe vor ihm hinhaltet. Nun könnt ihr ein Wortkommando einführen. Ich benutze den Begriff "Nase".

Schritt 2:

Im nächsten Schritt soll der Hund auf das neue Wortkommando hin zuverlässig versuchen, seine Nase in den Becher zu stecken. Dabei ist es wichtig, dass der Hund nicht mehr darauf angewiesen ist, dass ihr den Becher in Nasenhöhe haltet, sondern aus jeder Position heraus in den Becher findet. Schafft der Hund es sogar, auf das Wortkommando hin seine Nase in den am Boden stehenden Becher zu stecken, ist das Wortkommando ausreichend gefestigt und wir kommen zum nächsten Schritt.

Schritt 3:

Jetzt wird es schwierig. Nun soll der Hund am Becher nämlich ein anderes Verhalten zeigen und diesen vom Boden aufnehmen. Beherrscht der Hund bereits das "Apportieren" sollte dies kein Problem sein, allerdings darf der Becher nicht irgendwie aufgenommen werden. Hat der Hund diesen nämlich schräg oder verkehrt herum im Maul, kann das stapeln leider nicht funktionieren. Zunächst wird natürlich erstmal jede "Maulaktivität" am Becher belohnt, aber dann sollte man dazu übergehen, nur noch das richtige Aufnehmen des Bechers zu bestätigen. Ideal wäre es, wenn der Hund den Becher entweder über den Oberkiefer oder über den Unterkiefer gestülpt trägt. Ungefähr so:

Dies könnte durchaus ein Weilchen dauern und es ist wichtig, den Hund in Abstufungen zu belohnen. Tragen des Bechers ist natürlich immer gut, würde ich aber "nur" noch verbal bestätigen. Nimmt der Hund den Becher jedoch "richtig" ins Maul, gibt es auch eine Futterbelohnung. Bei diesem Schritt besteht die Kunst also vor allem darin, den Hund nicht zu frustrieren und ihm Schritt für Schritt zu verdeutlichen, was wir von ihm möchten, bis das richtige Tragen sicher sitzt.

 

Schritt 4:

Jetzt wird gestapelt!

Euer Hund soll den Becher richtig aufnehmen und bekommt direkt im Anschluss mit dem Wortkommando aus Schritt 2 einen zweiten Becher in Nasenhöhe hingehalten. Im Idealfall soll der Hund also seine Nase mit dem Becher im Maul in einen zweiten Becher stecken. Dadurch rutscht der Becher automatisch in den ersten hinein und ist gestapelt!

Wahrscheinlich wird der Hund bei den ersten Versuchen den Becher vor euch fallen lassen und seine Nase ohne den ersten Becher in den zweiten hineinstecken. Dies trotzdem unbedingt belohnen, da die Hunde erst langsam verstehen, dass sie zwei Verhalten auch zur gleichen Zeit und nicht nur nacheinander ausführen können.

Ihr belohnt also in kleinen Teilschritten, sodass die Hunde den ersten Becher immer später fallen lassen, bis sie es schaffen, das Kommando "Nase" mit dem Becher im Maul auszuführen. Bringt viel Geduld und gute Laune beim Üben mit, das Durchhalten lohnt sich! Einstein hat auch ein bisschen länger gebraucht, aber jetzt ist der Knoten geplatzt!

Nun müssen wir nur noch in weiteren Teilschritten daran arbeiten, dass die Becher auch auf dem Boden stehen können: