Apportieren

Das Apportieren erscheint auf den ersten Blick vielleicht nicht wie ein richtiger Trick. Schließlich spielen die meisten Hunde gerne Ball oder bringen anderes Spielzeug. Doch wer spielt mit wem? Und bringt der Hund sein Spielzeug tatsächlich oder lässt er es nur zufällig in der Nähe von uns fallen?

Hier gibt es jetzt ein paar Tipps, um auch den maulfaulsten Hunden das Apportieren näher zu bringen.


Es hängt sehr stark vom Hundetyp ab, wie leicht oder wie schwer sich das Apportiertraining gestaltet. Einige Rassen sind ja geradezu prädestiniert für das Apportieren, andere haben damit überhaupt nichts am Hut. Trotzdem kann tatsächlich jeder Hund das Apportieren lernen. Wir müssen unter Umständen nur sehr viel Geduld mitbringen und den längeren Atem haben.

 

Schritt 1

Zunächst einmal muss man sich für einen geeigneten Apportiergegenstand entscheiden. Bereits diese Entscheidung hängt stark vom jeweiligen Hund ab. Hat man einen sehr spielfreudigen Hund (UNO!!!), sind "Quietschies" z.B. nicht zu empfehlen, da diese aufgrund des selbtsbelohnenden Quietschgeräusches nicht so gerne abgegeben werden. Da eignen sich weniger interessante Gegenstände, wie eine geknotete Socke oder ein leerer Futterdummy besser.

Bei sehr "maulfaulen" Hunden (EINSTEIN!!!) eignen sich gefüllte Futterdummys am besten, da die Hunde sehr schnell lernen, dass sich das Bringen und Abgeben für sie tatsächlich lohnt. Voraussetzung sollte allerdings auch ein hungriger Hund sein, also würde ich in der Zeit des Apportiertrainings nur aus dem Dummy füttern und nicht mehr aus dem Napf. (Das klingt jetzt erstmal sehr hart, stellt für die Hunde in der Regel aber überhaupt kein Problem dar, da sie sich gerne ihr Futter erarbeiten.)

So, ein Gegenstand ist gefunden, der Hund ist motiviert, dann kann es weitergehen!

Schritt 2

Behaltet den Gegenstand zunächst noch in der Hand und belohnt jedes Interesse des Hundes daran. Dann werft den Gegenstand mit großer Gestik noch nicht ganz so weit von euch weg und belohnt bereits das Hinterherlaufen. Tipp: Für sehr spielfreudige und aufgedrehte Hunde ist es sinnvoll, den Apportiergegenstand "anzuleinen", damit sich die Hunde damit nicht selbstständig machen können.

Schritt 3

Werft den Gegenstand weiterhin von euch weg, aber belohnt nun nicht mehr das bloße Hinterherlaufen, sondern wartet darauf, dass der Hund den Gegenstand ins Maul nimmt. JACKPOT! (Auch dann, wenn der Hund den Gegenstand sofort wieder fallen lässt.) Nimmt der Hund daraufhin den Gegenstand regelmäßig nach dem Werfen kurz ins Maul, ist es Zeit für den nächsten Schritt.

Schritt 4

Schritt 1-3 lassen sich in der Regel sehr schnell in ein bis zwei Übungseinheiten erreichen. Ab jetzt brauchen wir Geduld!

Sobald der Hund den Gegenstand ins Maul nimmt, locken wir den Hund zu uns und zögern die Belohnung in kleinen Schritten immer weiter hinaus. Also:

Gegenstand fliegt - Hund rennt hinterher - Hund nimmt den Gegenstand ins Maul - Hund macht einen Schritt auf uns zu - Belohnung (Click/Lobwort) - Hund lässt daraufhin den Gegenstand fallen und kommt auf uns zu.

Sollte der Hund den Gegenstand nicht fallen lassen und mit dem Gegenstand zu euch kommen gibt es einen riesigen JACKPOT und ihr hattet Glück! Wiederholt dies ein paar Mal und der Großteil ist geschafft!

Für alle anderen heißt es, fleißig weiterüben und immer einen Hundeschritt später belohnen (also clicken oder loben), sodass der Hund den Gegenstand auch immer etwas später fallen lässt. In ganz kleinen Minischritten lernt der Hund so, den Gegenstand immer etwas weiter in eure Richtung zu tragen.

Sollten die Hunde überhaupt nicht auf die Idee kommen, den Gegenstand in eure Richtung zu bewegen, lohnt es sich ebenfalls, den Gegenstand "anzuleinen" und ihn behutsam zu euch zu ziehen. Folgt der Hund in eure Richtung belohnt ihr das, sodass er langsam versteht, dass der Gegenstand auf euch zu bewegt werden muss.

Zum gesamten Schritt 4 gibt es ein kurzes Video:

Achtet auf das Clickertiming. Der Clicker kann natürlich auch durch ein Lobwort ersetzt werden.

 

Schritt 5

Der Hund apportiert sicher und lässt den Gegenstand nahe vor euch fallen? Dann wollen wir nun, dass unsere Hunde den Gegenstand auch sicher in die Hand legen. Öffnet dazu einfach eure Hand, während der Hund auf euch zu läuft und zeigt mit der anderen Hand darauf. Durch das bekannte Handtarget sollten die Hunde schnell verstehen. Nun belohnt auch nur noch, wenn der Hund den Gegenstand an die Hand bringt und seid nicht mehr mit weniger zufrieden :-).